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Schnapsidee

            ....oder wie es überhaupt dazu kam

 

  

„Verrückte Schnapsidee“ ...das waren auch meine ersten Gedanken als Mathias mir das 1. Mal erzählte, dass er irgendwann mal um die Welt segeln möchte. 

 

Da ich noch nie zuvor überhaupt auf einem Segelboot gewesen bin wollte ich das ganze erst mal kennenlernen bevor ich überhaupt irgendwas dazu sagen kann. (Obwohl für mich von Anfang an klar war, dass ICH sicher NIE in meinem ganzen Leben um die Welt segeln werde!!!!)

 

Also erst mal klein anfangen!

Auf zum Chiemsee – Segelboot ausborgen – Schwimmwesten für die Kids organisieren (damals war Loni noch kein Jahr alt und Mili noch keine 3) - und ablegen.

Bei herrlichem Wetter und keinem Wind ;-) sind wir also los. Mein Cousin Mike hat uns begleitet. 

Herrlich....so ganz gemütlich über den See tuckern, ein bisschen in die Luft schaun und die Sonne genießen.

Ja, dieses Segeln konnte tatsächlich Spaß machen!

 

Nachdem wir also alle (naja, Loni hat das meiste im Manduca verschlafen) schwer begeistert wieder heil an Land gekommen sind, haben wir auch schon angefangen Pläne zu schmieden.

 

Segeln in Kroatien, mit einem richtig großen Segelboot, das wär doch was! 

Und weil wir die Zeit hatten, wollten wir gleich im April los.

 

Es war eine herrliche Woche!

Kaum Wind, keine Welle, Sonnenschein,......

Wir haben es sehr genossen und auch den Mädls (mittlerweile war Loni sogar schon 1 und Mili fast 3) hats sehr getaugt.

Wir sind über den Kvarner, haben Delfine rund um uns erlebt, waren auf der „Haseninsel“ und haben neue Orte kennengelernt.

Da Mike ja schon Teil der Crew war hat er uns natürlich auch bei diesem Abenteuer begleitet.

 

Nach dieser Woche hat uns alle das Segelfieber gepackt und Mathias hat die Chance genutzt und gleich einen seiner Träume wahr gemacht - ein eigenes Segelboot!

 

Im Frühling 2014 ging’s nach Biograd um dort unsere INAYA abzuholen.

Mathias und meine Cousins haben unser Schaukelschiff bei einer wilden Überfahrt nach Grado – Aquileia (unser Heimathafen) gebracht.

 

Und weil wir ja nicht weit (3h mit dem Auto) zu unserem schwimmenden Zuhause hatten, nutzten wir natürlich jedes längere Wochenende zum Seglen.

 

Die ersten wilderen Überfahrten ließen nicht lange auf sich warten.

Da wir bereits vertrauen in unser Schaukelschiff gefasst hatten, war es kein Problem für uns und wir haben alle ungemütlichen Situationen super gemeistert. 

Die Seekrankheit kennen wir zum Glück auch nur von Erzählungen und die Mädls hatten immer ihren Spaß, wenn Inaya mal wieder von rechts nach links flog, oder mit dem Bug so richtig ins Wasser platschte.

 

Nicht immer waren unsere Erlebnisse so positiv (Gewitter, Wellen, andere Boote deren Anker nicht hält,....).

Aber so schnell waren wir nicht unterzukriegen.

Und mittlerweile ist uns unsere Inaya so ans Herz gewachsen, dass wir uns gar nicht mehr vorstellen können, nicht segeln zu gehen. Sie ist wie ein zweites zu Hause für uns. 

So wurden aus unseren Wochenendausflügen, Wochen und später sogar Monate.

 

Aber ein Traum ließ Mathias nicht los...

Was wenn wir einfach weitersegeln, so lange wir wollen? Einfach Leinen los und schaun wie weit wir kommen?

 

Die ersten Jahre verbrachten wir vor allem in Kroatien, bis wir 2017 beschlossen uns auf nach Griechenland zu machen. 7 Wochen genossen wir das Leben an Bord, bis es wieder hieß, ab nach Hause :-(

Der Abschied fiel uns schwer, aber 2018 verbrachten wir wieder 2 Monate am Wasser.

 

Und der Wunsch nach „MEER“ wurde immer größer. Auch ich wollte nicht mehr nach Hause, genoss das Leben am Schiff.....einfach noch ein bisschen weitersegeln, das wärs. 

Aber so einfach geht’s leider nicht. Schule, Wohnung,.....

Will man das wirklich alles aufgeben? Wollen wir wirklich länger von zu Hause weg? Was sagen die Kinder dazu? Was wenn...?????

 

1.000.000 Fragen tauchten in meinem Kopf auf.

Kann diese „Schnapsidee“ wirklich wahr werden?

 

2019 sollte dann der Sommer der Entscheidung werden. 

Mathias war schon fix davon überzeugt, dass wir uns dafür entscheiden würden. Ich zweifelte noch ein bisschen, ließ mich aber von den Träumen mitreißen.

Der Sommer machte uns die Entscheidung aber nicht so leicht wie wir uns das gedacht hatten. Wind und Wetter zeigten sich von ihrer unangenehmsten Seite und wir kamen öfter in Situationen in denen wir ans unsere Grenzen stießen.

Ist es das wirklich wert? Reicht es nicht vollkommen aus, wenn wir im Sommer 2 Monate segeln gehen?

Es tauchten auch bei Mathias die ersten Zweifel auf und wir grübelten den ganzen Sommer so vor uns hin.

 

 

Tja, und jetzt sind wir hier.

Wir haben uns entschieden.

Wir wollen das Abenteuer wagen.

Wir wollen mit unserem Schaukelschiff die Welt erkunden, uns von Wind und Wetter leiten lassen, neue Plätze entdecken, unsere eigenen Lehrer sein und als Familie dieses Abenteuer meistern.

 

Also,

Leinen los und mal schaun wie weit wir kommen :-)

 

 

 

(Wer hätte das gedacht – ich wahrscheinlich am allerwenigsten.)

 

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