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Weiter, weiter, immer weiter...

 

 

 

Abwettern:

Die Bucht in Ibiza ist super gut geschützt und wir bekommen nicht viel vom Wind ab. 

Dafür wird Inaya mal wieder so richtig gewaschen – leider nicht nur außen. :-(

Unsere Fenster sind undicht und wir brauchen all unsere Schüsseln um das ganze Regenwasser zu sammeln! Also langweilig wird uns nicht, und den Mädls macht’s richtig Spaß ;-)

 

Weil das schlechte Wetter doch schon früher als gedacht vorbei ist, machen wir uns noch am Abend auf den Weg Richtung Formentera. Juhu! Ich freu mich voll.

Pünktlich zum Sonnenuntergang werfen wir den Anker vor dem Strand von Illetes. 

Herrlich!

 

Leider ist die Nacht nicht sonderlich gut. Inaya schaukelt wie wild hin und her - und das wegen einer Welle, die so klein ist, dass man sie kaum sehen kann. Arrrrgghhh....so ärgerlich! (Ich weiß, man sollte meinen wir sind das Schaukeln ja sowieso gewohnt und so ist es eben auf einem Segelboot. Aber diese Schaukelnächte sind echt mega nervig und man kommt nicht wirklich gut zum Schlafen.)

 

In der Früh werden wir dann aber dafür belohnt. Wir sind wieder mal im Paradies – kristallklares Wasser und ein wunderschöner Strand. Und noch sind wir so gut wie alleine! 

Wir spazieren den Strand entlang und machen eine Dinghy-Rundfahrt zwischen zwei Inseln. Ein Traum!

 

Danach geht’s wieder ab auf’s Schiff, das leider immer noch wie wild hin und her schaukelt und mittlerweile von ganz vielen anderen Booten umzingelt ist. ;-) 

Dank den Tipps von meiner Cousine segeln wir einfach weiter in eine andere Bucht um dort unser Glück zu versuchen. Doch leider haben wir auch hier das Pech, die Welle genau von der Seite abzubekommen. :-( So was doofes!

Schweren Herzens verabschieden wir uns noch am selben Tag wieder von Formentera und machen uns auf den Weg zurück nach Ibiza – in die Bucht direkt vor dem berühmten Blue Marlin Beach Club, den wir uns natürlich am nächsten Tag auch aus der Nähe anschauen müssen. 

 

Und schon geht’s wieder weiter. 

Nachdem wir in der ersten Bucht keinen guten Platz finden, werfen wir den Anker in einer super schönen Bucht mit Sandstrand und Felsen zum Springen. WOW! Hätten uns nicht gedacht, hier so ein schönes Plätzchen zu finden. Das Wasser ist ein Traum und unter uns weißer Sand. 

 

Leider kann man sich beim Segeln die Zeit, die man an einem Ort verbringen möchte, nicht immer selbst aussuchen. Wind und Wetter bestimmen, wo man wie lange bleiben kann.

Und weil unser nächstes großes Ziel - das spanische Festland – immer näher rückt, müssen wir auf ein geeignetes Wetterfenster warten/hoffen.

 

Ein Stop in San Antonio muss unbedingt noch sein! Da war ich vor 19 Jahren schon mal – mal schaun ob ich mich an Irgendwas erinnern kann (außer die Cocktails in der Hotelbar ;-) ).

Wir bleiben 2 Nächte direkt vor der Stadt vor Anker, gehen bummeln, lecker essen und nochmal groß einkaufen. Ein Besuch im Cafe del Mar (bzw. direkt daneben) muss natürlich auch sein! Und an ein paar Flecken kann ich mich sogar noch erinnern.

 

Dann geht’s los. Die Strecke bis zum Festland ist eigentlich nicht so weit – 70 Meilen – das sind ca. 140 Kilometer.

Aber unsere Durchschnittsgeschwindigkeit liegt an guten Tagen (guter Wind oder bei Motorfahrt) bei 5 Meilen/Stunde – und sonst so zwischen 3 und 4 Meilen/Stunde.

Das heißt für uns: mindestens 12 Stunden.

Oder wir fahren doch gleich die ganze Nacht durch und kommen weiter? Mal schauen was Wind und Welle sagen!

Erst mal geht’s los. 

Das Wetter ist super. Wir haben guten Wind und können gut segeln!

Und das Beste: 

6x kommen uns Delfine besuchen. 

2x auch Mamas mit ihren Kindern. Die meisten schwimmen nur bei uns vorbei, aber einmal bleiben sie auch richtig lange und schwimmen in unserer Bugwelle mit uns mit. Es ist immer ein ganz besonderes Erlebnis, Delfine so nah zu erleben! Wunderschön!

 

Gegen Abend wird der Wind weniger und wir müssen den Motor einschalten. Deshalb beschließen wir auch, doch die kürzeste Strecke zu nehmen und kommen um kurz vor Mitternacht in einer kleinen, gut geschützten Bucht an.

Nach ein paar Stunden Schlaf geht’s auch gleich wieder weiter. Alcudia ist unser nächster Stop. Weil wir wieder mal ziemlich große Welle von der Seite abbekommen, beschließen wir am Abend in die Marina zu fahren und den Ort zu erkunden.

 

Und wie geht’s weiter? 

Immer wieder stellen wir uns die Frage, checken das Wetter, schauen uns die Strecke an, überlegen wo wir am Besten ankern oder übernachten können. Gar nicht so leicht! 

 

Leider ist die Welle immer noch sehr groß und kommt genau von der Seite, also beschließen wir, wieder nur ein kleines Stück (35 Meilen = 7-10 Stunden Fahrt) weiter zu segeln und dort die Nacht in einer Marina-Ruine zu verbringen. 

 

Die Küste hier ist interessant – eine Skyline wie in Amerika, überall Hochhäuser – bietet aber wenige Möglichkeiten zu ankern oder sich vor der Welle zu verstecken. 

Und weil es echt anstrengend für uns alle ist, immer den ganzen Tag unterwegs zu sein, kurz zu schlafen und gleich wieder weiter zu segeln, entscheiden wir uns jetzt doch dafür, die nächsten Meilen (130!) in einem Stück durchzufahren. Einfach um irgendwie endlich anzukommen. ;-) 

Ziel ist Almerimar, eine Marina, die dafür bekannt ist, dass alle Weltumsegler hier noch einmal länger Zeit bleiben um das Boot so richtig auf Vordermann zu bringen. 

 

Den ersten Tag können wir wieder super segeln! Da wir gleich mal um ein kleines Kap fahren, ändert sich auch die Richtung der Welle und wir bekommen sie nur noch in kleiner Form von hinten ab. Sehr angenehm!

Wie so oft, schläft am Abend der Wind wieder ein und wir starten den Motor. 

Die Nacht ist sehr ruhig, die Welle kaum noch da und wir kommen gut voran.

Bei einem Blick ins Wasser scheint es so als würde es leuchten!

Wir wissen zuerst nicht genau was das ist, finden dann aber heraus, dass um uns unendlich viele Quallen schwimmen, die in der Nacht und in der Welle des Schiffes leuchten. Sehr cool! So etwas haben wir auch noch nie gesehen!

Ansonsten verläuft die Nacht sehr ruhig. Ein paar mal erkennen wir in der Ferne die Lichter eines anderen Schiffes. Dank unserem AIS-Signal erkennen wir diese aber auch immer sofort am Computer und wissen in welche Richtung und wie schnell sie fahren.

In der Früh überrascht uns das Wetter wieder mal. Das Wasser ist spiegelglatt! So fein! Das hatten wir schon seit Wochen nicht mehr! 

Ein leichter Dunst hängt über dem Meer und kurz fängt es sogar an zu regnen. 

Und dann sind wir endlich da! Marina Deportivo Almerimar.

Juhu! Geschafft!

 

Jetzt heißt es die nächsten Tage:

-viele Arbeiten erledigen

            ein neues Bimini (quasi das Dach über dem Cockpit) – ist sogar schon in Arbeit

            Fenster abdichten  - schon erledigt

            Sprayhood (sowas wie die Windschutzscheibe ;-) ) erneuern – in Arbeit

            Gasflaschen auffüllen – in Arbeit

            Radar installieren – Puh....irgendwie schaffen wir das nicht so ganz. Naja, wird  

schon noch!

usw....

Die Liste ist lang, aber wir sind schon fleißig dabei und jeden Tag schaffen wir ein bisschen mehr!

 

Und zwischendurch genießen wir das „Landleben“.

Hier gibt es viele Restaurants und Eisdielen, die wir alle mal ausprobieren müssen. ;-)

Und auch 2 Strände sind gleich neben der Marina. 

Also wirklich fein!

 

Ein paar Tage werden wir auf jeden Fall noch bleiben.

Und dann hoffen wir wieder mal auf gutes Wetter um hier raus zu kommen.

Wir haben schon von mehreren Seglern gehört, dass es gar nicht so leicht ist, das richtige Wetterfenster zu bekommen. Und wenn es dann da ist, muss man es gleich voll nutzen und möglichst viele Meilen Richtung Gibraltar in einem Stück zurücklegen.

 

Also mal schaun, wann es für uns weitergeht! :-)

 

 

 

Ach ja, Schulbeginn war ja auch :-) 

Und das an einem sehr schaukeligen Tag - 14. September 2020.

Zum Glück dauert der erste Schultag ja nie wirklich lang und wir waren nach kurzem Besprechen – wie denn die Schule bei uns am Schiff ausschauen wird - auch gleich mal wieder fertig ;-)

 

Jetzt heißt es jeden Tag: Schule!

Wie das ausschaut?

Also eines ist schon mal sicher, wir fangen nicht um 8.00 Uhr an ;-)

Aber sobald wir alle mal wach sind und gefrühstückt haben, geht es los.

Jede Woche gibt es einen neuen Plan, den die Mädls, teilweise gemeinsam, teilweise alleine, abarbeiten.

Je nach Bedingungen (Welle, Schräglage,...) geht mal mehr und mal weniger weiter. 

Das Schriftbild hat auch die unterschiedlichsten Formen und man kann ganz gut erkennen, ob es ein ruhiger Tag auf See war, oder die Welle immer mal wieder geruckelt hat.

Schön langsam finden wir aber einen guten Rhythmus.

Die Mädls machen das echt super, auch wenn es nicht immer leicht fällt im „Urlaub“ auch an die Schule zu denken.

 

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Moni (Mittwoch, 23 September 2020 14:18)

    Hach, ich liebe es bei euch mitzufiebern...
    Das klingt alles sooo cool und aufregend, manchmal aber auch ziemlich nervenaufreibend...; )
    Schick euch ganz ganz viele Bussals!!!

  • #2

    Susi Sch. (Mittwoch, 23 September 2020 20:42)

    Ich freue mich jedes Mal auf eure interessanten Berichte und die tollen Fotos!!!
    Viiiiele gute Wellen und passenden Wind weiterhin.

    Ganz liebe Grüße�

  • #3

    Ursula (Freitag, 25 September 2020 08:14)

    Ich freue mich immer über Berichte und Fotos. So spannend. Danke dass ihr uns so cool auf dem Laufenden haltet. Gute Weiterfahrt!!

  • #4

    Gisela (Freitag, 25 September 2020 10:21)

    Auch ich freue mich, dass Conny so schreibfreudig ist und auch so schöne Fotos mitschickt! Danke dafür und gute Weiterfahrt!

  • #5

    Daniela M. (Dienstag, 29 September 2020 19:27)

    Hallo Conny,
    Endlich kann ich eure Reise mitverfolgen, hab nämlich deine Visitenkarte verlegt und heute von Frau Schwarz nachgefragt.
    Ich bin begeistert von deinen Erzählungen und neidisch über die wunderschönen Bilder.
    Wow, sooo schön.
    Eine schöne Zeit wünsche ich euch, bleibt gesund und passt gut auf euch auf.
    Alles Liebe Daniela