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Ganz schön viel passiert!

 

 

Hui....und wieder ist die Zeit verflogen!

Ich hab immer so viele Ideen für neue Einträge und die mach ich dann immer„MORGEN“. ;-)

 

Aber jetzt gibt’s wieder mal ein Update.

 

 

Wir sind echt mega fleißig in Almerimar.

Also hauptsächlich natürlich Mathias, aber wir Mädls erledigen auch ein paar Kleinigkeiten und immerhin müssen wir ja alle Eisdielen und Restaurants mal ausprobieren. Und das sind ganz schön viele :-)

Also neben all der Arbeit kommt das Vergnügen auf keinen Fall zu kurz.

 

Das coolste an Almerimar ist wahrscheinlich, dass wir richtig viele Leute kennengelernt haben.

Gleich ein paar Stunden nach unserer Ankunft spaziert Herbert vorbei und begrüßt uns gleich mal herzlich. Er kommt auch aus Österreich, ist aber schon seit 18 Jahren mit seinem Schiff CHI auf der ganzen Welt unterwegs. 

Ein paar Stunden später haben wir schon ein „Strand-Date“ mit Oda und Jasper aus den Niederlanden.

Und ein paar Tage später lernen wir auch noch Max und Kathi – aus Österreich – kennen, die mit ihrer MAKANI gerade ins Mittelmeer gekommen sind.

So fein, wieder mal mit Leuten zu quatschen und natürlich gaaaanz viele nützliche Informationen zu sammeln. Vor allem Herbert gibt uns ganz viele Tipps und erzählt die tollsten Geschichten.

 

Unter Tags geht echt was weiter und unsere To-Do-Liste wird immer kürzer – und dann wieder länger, weil uns doch noch so einiges einfällt ;-).

 

Einmal borgen wir uns für einen Tag ein Auto aus und erkunden die Gegend. 

Wahnsinn – schaut mal auf google.maps. Hier ist alles voller „Glashäuser“ für Gemüse. Soweit das Auge reicht nichts als weiße Planen. 

Wir fahren auch nach Almeria und erkunden dort die Stadt.

An einem anderen Tag besuchen wir einen Pferdehof und dürfen für 1 Stunde mit einem kleinen Pony spazieren gehen.

 

Nach 11 Tagen (Waren es wirklich 11? Ist uns gar nicht so lange vorgekommen;-) ), und einem super feinen Österreicher-Abend bei uns am Schiff, schaut das Wetter dann gar nicht so schlecht aus und wir beschließen alle restlichen Arbeiten einfach auf „später“ zu verschieben und wieder loszufahren. 

Ziel: Gibraltar, oder zumindest irgendwo dort in die Nähe.

 

Wir können zuerst gut segeln, müssen aber dann wieder mal den Motor starten. 

Leichter gesagt als getan. Eines von Mathias großen Projekten war der Einbau eines Tagestank-Systems. Das braucht man dann, wenn man nicht mehr so guten Diesel (wie in Europa) bekommt und ihn extra filtern muss – das war jetzt die Conny-Erklärung. Wer’s genauer wissen will, muss Mathias fragen ;-). 

Auf jeden Fall funktioniert dieses System anscheinend doch nicht so gut wie gedacht, bzw. ist unserer Variante von dem Ganzen nicht so ganz ausgereift und eigentlich nicht segeltauglich.

Nachdem uns der Motor einige Male abstirbt und wir dann auf einmal die Backskiste voller Diesel haben, wird’s nur noch komplizierter. :-) 

Irgendwie schaffen wir es dann - mit immer wieder segeln, Tagestank auffüllen (teilweise alle 20 min. :-(, Motor neu starten und dann doch alles bei hin- und hergeschaukle wieder zurück in den Originalzustand zu bringen – nach Gibraltar. 

 

Wieder mal brauchen wir etwas länger als gedacht ;-)

Die erste Nacht ist super ruhig und schön! Die ganze Zeit begleiten uns Delfine, springen und schwimmen um uns herum und weil der Mond so richtig hell ist, können wir sie super beobachten. So schön!!!!!

Der zweite Tag ist gut zu segeln, allerdings bekommen wir auch wieder mal die Welle genau von der Seite ab. 

Umso größer ist die Freude als wir im Finsteren endlich um den Felsen von Gibraltar herum fahren und den Anker in einer super geschützten Bucht fallen lassen.

 

Nach einer herrlich ruhigen Nacht geht’s in die Marina La Linea.

Wir bekommen einen super Platz mit perfekter Aussicht zum Affenfelsen!

Und....mega cool...genau gegenüber von 2 Österreichern :-), Vicky und Flo mit ihrer IBEX.

 

Gibraltar ist super! 

Alleine schon, dass man zu Fuß über die Grenze gehen kann! 

Dann noch über das Rollfeld des Flughafens und schwupps, sind wir in England. So cool! 

Hier ist richtig was los. Überall in den Cafes sitzen Leute und auch die Fußgängerzone ist belebt. Voll schön auch wieder mal so viel Leben zu erleben :-)

Eine Tour zum Affenfelsen machen wir natürlich auch! Mit einem super Guide - nur für uns - besuchen wir eine riesige Tropfsteinhöhle und fahren ganz hinauf zur Aussichtsplattform. Unglaublich! Afrika ist hier so nahe und der Felsen wirklich etwas ganz Besonderes.

Das Highlight sind natürlich die Affen, die auf dem Felsen leben und überhaupt nicht scheu sind ;-).

 

Die große Frage bleibt aber wieder mal, wann geht’s weiter? Wann passt das Wetter?

Laut Wetterbericht bleiben wir erst mal noch mindestens eine Woche hier. Super, genug Zeit Gibraltar und La Linea (der Ort auf der spanischen Seite in der auch unsere Marina ist) noch richtig zu erkunden.

Mit Flo und Vicky (und noch einigen anderen Leuten von unserem Steg) besprechen wir jeden Tag auf’s neue das Wetter und schauen ob sich ein gutes Fenster ergibt, das wir nutzen können um die 600 Meilen zu den Kanaren zu segeln.

 

Und dann geht wieder mal Alles schneller als gedacht. 

Der Wetterbericht ändert sich und wir beschließen gemeinsam mit der IBEX zu starten.

Noch schnell Wäsche waschen, groß proviantieren und alle Wettereinzelheiten besprechen. Herbert (aus Almerimar) steht uns mit alle seiner Erfahrung zur Seite und rät uns, dieses Wetterfenster zu nutzen.

 

                Also geht’s los!

Na bumm, jetzt geht’s echt zu den Kanaren. 

6 Tage haben wir berechnet. Das erste mal 6 Tage durchgehend unterwegs, ohne Land in Sicht. 

 

     Tag 1, Dienstag

Um 7.30 fahren Inaya und Ibex gemeinsam aus dem Hafen.

Erste große „Hürde“. Die Straße von Gibraltar – das ist die Meeresenge zwischen Spanien und Afrika. Hier gibt es immer sehr viele Strömungen und man muss die Durchfahrt zeitlich sehr gut planen. Vor allem wir mit unserem kleinen Schifferl ;-)

Wir kommen perfekt durch und können auch gleich danach die Segel setzen. 

 

 

Der Atlantik begrüßt uns ganz friedlich! Kommen den ersten Tag bei wenig Welle gut voran. 

Das ändert sich in der Nacht allerdings. Der Wind kommt sehr schwach von hinten und wir starten den Motor. 

Aber welch Überraschung...die Welle kommt nicht nur von hinten, sondern natürlich auch von der Seite. Inaya und unser Autopilot managen das ganze aber super! Und Mathias und ich haben bei unserer ersten Nachtwache auch nicht sonderlich viel zu tun! Ein paar einzelne Schiffe in sicherer Entfernung – sonst alles ruhig!

 

     Tag 2, Mittwoch

Die Welle bleibt unverändert, aber wir können immerhin ein bisschen Segeln (7-12 Knoten Wind).

 

     Tag 3, Donnerstag

Schön langsam wird die Welle kleiner bzw. kommt nur noch von hinten. Das ist viel angenehmer. (7-12 Knoten Wind)

 

     Tag 4, Freitag

Das Meer hat sich sehr beruhigt. Delfine besuchen uns. Gegen Abend frischt der Wind auf (bis 24 Knoten)und auch die Welle wird schnell wieder größer.

 

     Tag 5, Samstag

Puh....die Nacht war mega schaukelig! Alles rumpelt und scheppert und wir kugeln von rechts nach links und von oben nach unten. 3m hohe Wellen sind auf jeden Fall dabei. Aber wir können alles segeln und kommen mega gut voran!

Noch einmal frischt der Wind am Abend auf (bis 21 Knoten) und wir rauschen durch die Nacht.

 

     Tag 6, Sonntag

Nach genau 120 Stunden (5 Tage und 5 Nächte) erreichen wir um 7:30 Uhr unser Ziel: La Graciosa.

Es ist noch finster, aber als wir in der Ankerbucht ankommen geht bereits die Sonne auf.

 

         WIR SIND DA!!!!!!

Wir haben es echt geschafft!

 

Besonders die Mädls haben die Überfahrt so gut gemeistert! Sie waren sehr entspannt und haben sich jeder neuen Situation sofort gut angepasst! Wir sind mega stolz auf sie!

 

Jetzt heißt es erstmal Füße hoch und so richtig gut ausschlafen.

Der Ausblick ist herrlich und in den nächsten Tagen werden wir die Insel auf jeden Fall erkunden.

 

Bis dahin, Gute Nacht!

 

 

 

 

 

P.S.: 

 

Wie so ein „schaukeliger“ Tag auf hoher See ausschaut:

 

So gegen 9 wachen die Mädls meisens auf und dann gibt’s erst mal Frühstück. 

Das schaut nicht ganz so aus wie daheim ;-). Eigentlich nimmt sich jeder einen Teller mit dem was er mag und setzt sich irgendwo damit hin – hauptsache es fällt nix runter.

 

Dann liegen wir alle faul herum, hören eine Geschichte oder schlafen ein bisschen. Vor allem Mathias und Ich – je nachdem wie die Nachtwache aufgeteilt war. Die Mädls schlafen ja die ganze Nacht herrlich durch und sind unter Tags immer wach.

 

Dann geht’s eh schon ans Kochen. Das ist gar nicht so leicht. Unsere Töpfe kann man gut am Herd festklammern, aber stundenlang schnipseln und kochen macht bei diesen Wellen echt auch keinen Spaß. 

Was haben wir so gekocht? Kartoffelgulasch, Schnitzerl, Tortillas, Nudelsuppe, Nudeln, Pizza,..... je nach Bedingungen.

 

Nach dem Essen ist wieder Rasten, Geschichte Hören oder was kleines, seefestes Spielen (am liebsten Schiffe versenken, Mastermind oder Backgammon) an der Reihe. Zu viel mehr haben wir alle keine Lust. 

Oder wir sitzen einfach mal nur da und schauen aufs Wasser bzw. auf die Wellen.

 

Dann gibt’s schon Abendessen. Gleich wie beim Mittagessen – was Leckeres, das man am Besten ganz schnell und einfach zubereiten kann ;-).

 

Bei den Mädls ist dann Kino angesagt und ich geh meistens schon ins Bett um ein bisschen „vor“ zu schlafen.

 

Mathias übernimmt die erste Wache und weckt mich, wenn er müde ist. Dann bin ich dran, solange es geht. So wechseln wir uns die ganze Nacht ab. Meistens übernimmt Mathias den größeren Anteil der Wache. Dafür bin ich sehr dankbar! 

 

Bei diesen Wachen liegen wir mit Schwimmweste und am Schiff angebunden an Deck und spätestens alle 10-15 Minuten (je nachdem wie weit wir von der Küste entfernt sind bzw. wie viele Boote rund um uns sind) läutet der Wecker – einfach als Erinnerung. 

Dann heißt es: einmal aufstehen, rundherum schauen ob man irgendwo ein anderes Boot entdecken kann, checken ob Wind und Segel noch passen und wieder „hinlegen“. Ist ein anderes Schiff in Sicht, können wir unten am Computer genau sehen in welche Richtung es fährt bwz. wie Nahe es uns wann kommt und dementsprechend reagieren. 

 

Bei dieser Überfahrt haben wir nur wenige andere Schiff gesehen und wenn, war die Entfernung zum Glück immer groß genug. Also nicht sehr viel zu tun für uns ;-). Und trotzdem sehr anstrengend!

Tja, und dann warten wir bis endlich die Sonne aufgeht und ein neuer Tag beginnt.

Im Hellen ist das Ganze dann doch immer feiner.

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Sandra (Mittwoch, 14 Oktober 2020 18:37)

    Ich verfolge spannend eure Erlebnisse und freue mich jedesmal über die tollen Urlaubsbilder.
    Viel Spaß
    Ich denke an euch. LG Sandra

  • #2

    Margit (Samstag, 17 Oktober 2020 11:31)

    Hallo ihr vier Abenteurer! Danke für die tollen Bilder und die spannenden Berichte. So schön das es euch gut geht und ihr diese große Reise wirklich begonnen habt - wir naschen alle mit. Und der Zeitpunkt könnte nicht besser gewählt sein - während es hier bei uns Coronatechnisch rund geht, hab ich mich schon oft auf eurer Boot gewünscht - einfach wegfahren und vieles hinter sich lassen - ein wunderbarer Gedanke - gerade jetzt!

    Alles Gute weiterhin und freue mich schon auf eure nächsten Berichte!
    Margit

  • #3

    Gisela (Montag, 26 Oktober 2020 07:18)

    So interessante Berichte, danke dafür! Passt gut weiter auf euch auf und ich wünsche euch eine smarte Welle für die Weiterfahrt! Ganz liebe Grüße!

  • #4

    Gisela (Montag, 26 Oktober 2020 07:26)

    P. S. : Ich habe eine Idee: Ihr könntet euch den Roman Robinson Crusoe von Daniel Defoe als Fortsetzungsroman anhören (falls es ein Hörbuch davon gibt) oder sonst halt lesen. Die Mädels können es sicher nachvollziehen, wie man auf einer einsamen Insel schwer zurecht kommt. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit, natürlich ausgeschmückt mit vielen Abenteuern. Leider seid ihr so weit weg, sonst würde ich euch das Buch zukommen lassen. Aber es wäre eine spannende Begleitlektüre für eure Reise!

  • #5

    Elfi Seidl (Mittwoch, 27 Januar 2021 10:00)

    hallo ihr vier segel-abenteurer,

    hab eure interessanten berichte gelesen und freu mich für euch, daß alles soweit gut abläuft.
    es ist spannend was ihr alles so erleben dürft und vorallem eure bilder... ein traum......
    freut mich, daß ihr gut in la graciosa angekommen seid.
    ich wünsche euch weiterhin viele tolle erlebnisse und passt auf euch auf, bleibt gesund, damit ihr euren traum mit der "Inaya" erfüllen könnt.
    toi toi toi für eure nächsten segel etappen. viel glück!!!!!!!
    wüscht euch elfi