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Lanzarote

 

 

Vielleicht gleich mal vorweg, weil uns schon so viele Leute gefragt haben wie es jetzt weitergeht und ob wir schon mit den Vorbereitungen für die Atlantiküberquerung beschäftigt sind.

 

Also ganz ehrlich? Wir haben noch keinen Plan.

Zur Zeit genießen wir es einfach uns treiben zu lassen, keinen Stress zu haben, nicht auf das richtige Wetterfenster warten zu müssen und alles vorzubereiten.

 

Eines haben wir aber beschlossen, wir werden auf keinen Fall vor Weihnachten über den Atlantik fahren. Vermutlich erst nach Weihnachten/im neuen Jahr oder so :-).

Die Kanaren sind einfach super und wir wollen auch die anderen Inseln noch genau erkunden. Irgendwie haben wir es noch nicht weiter geschafft als bis Lanzarote :-).

Und zu den Kap Verden wollen wir ja dann auch noch.

Das würde vor Weihnachten einfach doch alles zu stressig werden ;-). 

Also bleiben wir einfach mal hier und schauen von Tag zu Tag wie’s weitergeht. Herrlich!!!

 

 

So...und jetzt zurück zu unseren letzten Wochen.

 

La Graciosa ist eine wunderschöne kleine Insel oberhalb von Lanzarote. Die ersten 2 Tage nach der Überfahrt ruhen wir uns einfach nur aus. Wir schaffen es nicht mal an Land ;-).

Am 3. Tag haben wir dann wieder genug Energie und es geht auf Entdeckungstour. 

Die Landschaft ist echt toll! Ein bisschen erinnert es uns an Island – nur um einiges wärmer :-).

Der „Vulkan“ direkt bei unserem Ankerplatz ist das erste Ziel. In 40 min. sind wir oben und haben einen mega Ausblick über die ganze Insel. WOW! 

 

La Graciosa ist nicht besonders groß und hat nur einen kleinen Ort, der total an eine Wüstenstadt erinnert. Es gibt kaum Autos (nur Jeeps von Inselbewohnern) und die Straßen sind eigentlich Sandwege. Echt was ganz Besonderes. 

Wenn man dann den Hafen findet, entdeckt man auch den touristischen Teil dieser Insel. Hier gibt es ein paar Restaurants, Cafe’s und 2 kleine Supermärkte, die wir dringend brauchen um unseren Kühlschrank ein bisschen zu füllen.

 

Der Strand vor dem wir ankern ist auch super schön! 

Was uns ein bisschen abschreckt ist die Wassertemperatur – nur 21° C!

Das fühlt sich für uns schon richtig eisig an (wir sind ja die 30° vom Mittelmeer gewöhnt ;-) ). Mit den Neoprenanzügen geht’s – zumindest zum kurz eintauchen.

Aber es ist einfach fein, mal wieder die Füße in den Sand zu stecken und einfach am Strand zu sein.

 

Die nächsten Tage lernen wir ganz viele Leute von den anderen Booten kennen. 

Die Bucht ist klein und die meisten Boote kommen entweder so wie wir von Gibraltar oder von Madeira – da gibt es viele Dinge über die man sich nach so einer Überfahrt austauschen kann.

Wir lernen auch 2 französische Familien mit Kindern kennen mit denen wir uns am Strand treffen – die REVE D’OCEAN und die DIGADAO. 

Mathias findet 2 Boote mit Burschen die auch gerne surfen. Und das Beste – La Graciosa hat einen super Surfspot! Also nix wie hin.

 

Nach ein paar Tagen in dieser wunderschönen Ruhe, beschließen wir weiter nach Lanzarote zu segeln. Das ist ja eigentlich nur ein paar Meilen entfernt - wir segeln aber einmal oben herum an die Ostseite. Es geht bei gutem Wind super voran. An der Ostküste kommt die Welle schön von hinten und wir surfen mit Inaya Richtung Arrecife. Dort geht es erst mal in eine Marina. Juhu! Wieder mal richtig an Land sein. 

Die Marina ist sehr schön! Es gibt herrliche Duschen und eine super Promenade mit vielen Restaurants und Bars.

Und das Beste, unsere Freunde aus La Graciosa sind auch alle am selben Steg. So cool!

Die Kids sind innerhalb von Minuten irgendwo verschwunden (am Steg beim Fischen oder auf irgendeinem Boot zum Spielen) und auch wir Eltern finden immer eine Bar oder ein Boot auf dem wir gemeinsam ratschen und ein Gläschen trinken können:-).

 

Für 3 Tage borgen wir uns dann ein Auto aus um die Gegend zu erkunden.

Wie in La Graciosa sind wir von der Landschaft mehr als begeistert. 

Wir wandern auf einen Vulkan – Caldera Blanca.

Ein beeindruckender Weg durch ein ausgekühltes Lavafeld führt bis zum Fuß des Vulkans. Von dort geht ein schmaler Weg ganz hinauf. Toll! Der Ausblick ist mega! Man sieht, dass die Lava damals bis ins Meer geflossen ist. Unvorstellbar.

 

Am 2. Tag fahren wir an einen herrlichen Sandstrand – Farmara. 

Dort dürfen die Mädls mit den Burschen von der REVE D’OCEAN ihren ersten Surf-Kurs machen. Yeah!

Nach einer kurzen Einführung stehen sie schon selber am Brett und schnappen sich jede Welle die sie kriegen können. So cool!

Mathias ist natürlich auch mit im Wasser und surft mit den Mädls um die Wette :-).

 

Nach fast einer Woche an Land freuen wir uns dann aber auf ein paar Tage vor Anker. 

Eigentlich wollen wir ja gleich in die Bucht von Papagayo, weil der Wind nicht so will wie wir und uns dann auch noch 2 richtig große Regenfronten, die zum Glück schnell vorbeiziehen, erwischen, beschließen wir in einer anderen Bucht zu ankern. 

Und wieder mal – sehr cool! Wir ankern vor einem schwarzen Sandstrand. 

Mathias erkundet die Gegend gleich mit dem Stand-up-paddle und wird von einer Schildkröte begrüßt - die Erste seit Langem.

 

Am nächsten Tag geht’s dann weiter nach Los Lobos - das ist eine kleine Insel vor Fuerteventura – aber nur 7 Meilen entfernt, also ca. 1,5 h Fahrt. 

Auf der Suche nach dem besten Ankerplatz treffen wir unsere französischen Freunde von der REVE D’OCEAN wieder. So lustig. Die Männer schnappen sich gleich ihr Surfbrett und sind schon unterwegs. Und die restlichen Crews treffen sich am Strand. 

 

Mittlerweile fühlen wir uns schon ein bisschen heimelig hier. Egal wo man hinfährt, man kennt immer 1-2 Boote und trifft immer wieder alte Bekannte mit denen man sich gleich zum Schwimmen, Surfen, Spielen, Quatschen,.... verabredet. 

Echt schön!

 

2 schaukelige aber guten Nächten bleiben wir vor Los Lobos und beschließen dann wieder nach Lanzarote zu segeln ( :-) sind ja nur 7 Meilen). 

Dort ankern wir diesmal in der Bucht von Papagayo, fahren mit dem Dinghy an den Strand und genießen den Sonnenuntergang.

 

Wir haben den Mädls versprochen die nächsten Tage in der Marina Rubicon zu verbringen. Warum? Dort gibt’s ein Pool :-)

...und eine Tauchschule! Mili möchte unbedingt den Open-Water-Dive-Kurs machen. 

Also nix wie hin zu Rubicon Diving. Die sind super! 

Alvaro spricht perfekt Deutsch und startet gleich am nächsten Tag nur mit Mili den Kurs. Sie ist voll begeistert und macht das alles ganz selbständig! 

Am Abend lernen wir dann gemeinsam für die Prüfung.

Ich mache an einem Vormittag einen Auffrischungs-Kurs. 

Mein letzter Tauchgang ist doch schon 11 Jahre her und ich trau mich nicht drüber einfach so tauchen zu gehen. Aber einmal unter Wasser kann man sich dann tatsächlich wieder an ganz vieles erinnern und es klappt echt gut.

Bei den beiden letzten Tauchgängen von Mili im offenen Meer darf ich dann sogar dabei sein. 

Sie zeigt mir, wie ich mein Tauchequipment zusammenbauen muss, checkt immer wieder ihren Tauchcomputer, schaut auf mich und fragt ob alles OK ist. Sie entdeckt ganz viele besonderer Fische und Meeresbewohner, die sie mir immer gleich zeigt. Wir sehen sogar einen Engelhai, eine Seespinne und ganz viele andere bunte und leuchtende Fische.

Mili macht das so toll! Ich bin schwer begeistert.

Und natürlich meistert sie ihre Prüfung auch mit links. 

Wir sind mega stolz, dass sie das so selbständig durchgezogen hat und freuen uns schon auf ganz viele gemeinsame Tauchgänge. Das nächste Mal darf dann Mathias mit ihr tauchen gehen – aber dann bin ich wieder dran ;-).

 

Die nächsten 3 Tage nutzen wir dann das Pool so richtig aus. Am Vormittag erledigen die Mädls alles für die Schule und dann geht’s ab ins Wasser. Das Wetter ist auch super und irgendwie kommt es uns vor wie „Urlaub“. Klingt blöd, weil wir ja eh immer auf Urlaub sind, aber Inaya ist jetzt unser Zuhause und das Leben am Schiff unser Alltag. Da kommen einem dann ein paar Tage am Pool echt vor wie Urlaub :-).

 

Noch cooler ist das Ganze natürlich, wenn andere Kinder dabei sind. 

Zum Glück liegt die RUSH mit ihrer Crew am selben Steg wie wir und die Kids können miteinander spielen. 

Das ist so fein für die Mädls! Sie freuen sich immer sehr, wenn sie Jemanden zum Spielen haben. Das Problem der unterschiedlichen Sprachen ist für Kinder egal. Sie verständigen sich immer irgendwie miteinander und Mili spricht echt schon gut Englisch. Auch Loni hat schon vieles aufgeschnappt und kann die wichtigsten Dinge auf englisch fragen und sagen.

Gemeinsam mit RUSH feiern wir dann auch Halloween – mit selbst geschnitzter Halloween-Melone :-) und leckerem Barbecue auf ihrem Boot. Ein echt super Abschluss-Abend bevor es wieder raus aus der Marina geht.

 

Wir segeln bei bis zu 23 Knoten Wind mit durchschnittlich 6 Knoten nach Los Lobos. Dort schnappen wir uns diesmal eine Boje und Mathias ist sofort mit den Surfern, die wir schon aus La Graciosa kennen, unterwegs.

 

So fein eine Marina ist, weil man alle Annehmlichkeiten leicht erreichen kann, so fein ist es auch wieder vor Anker zu sein. 

Die nächsten Tage bleiben wir hier, fahren wieder zurück nach Papagayo oder sogar wieder rauf nach La Graciosa. Mal schaun ;-)

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Walter Moser (Montag, 02 November 2020 18:46)

    So cool, und vor allem dass eure Mädels so geschickt sind. Emilio und Leo werd ich es auch gleich zeigen wenn sie am Wochenende kommen. Tauchen! Surfen! Genial.

  • #2

    Tom Pong (Freitag, 06 November 2020 14:02)

    Wow , ihr seid die Geilsten ! genießt es in vollen Zügen,..... Gratulation zum open water diver an Mili ! Beste Grüße ,bleibts gesund !..yeeeewww!