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La Gomera

 

 

Weihnachten auf La Gomera!

 

Seit einigen Tagen (naja, mittlerweile sind es schon fast Wochen) sind wir jetzt auf La Gomera – und wir werden hier auch noch bis nach Weihnachten bleiben. :-)

 

 

...aber wieder zurück zum letzten Tag unseres Berichtes.

 

Die gemütlichen Abende mit unseren Segelfreunden halten uns in der Marina Las Palmas auf Gran Canaria. :-) Es ist einfach toll Bekannte und Gleichgesinnte rund um uns zu haben. Und genau deshalb beschließen wir nicht weiter zu segeln, bevor auch sie sich auf den Weg machen. Also bleiben wir erstmal noch ein paar Tage! (Ein bisschen fürcht ich mich fast davor, bald wieder alleine zu segeln und keinen zu kennen. Es ist so schön so viele liebe Leute um uns zu haben!)

 

Denn schön langsam kommt bei Allen Aufbruchsstimmung auf. Die Meisten bereiten sich auf die große Überfahrt in die Karibik oder zu den Kap Verden vor und warten nur noch auf das richtige Wetterfenster. (Bin ich froh, dass uns das jetzt mal erspart bleibt ;-) ).

 

Aber ein bisschen wollen wir auch mitmischen – also schließen wir uns einfach an und segeln - zumindest die ersten 10 Meilen - mit ihnen mit. ;-)

Und so machen wir das dann auch. An einem richtig windigen und welligen Tag (wir hätten uns sicher einen Anderen ausgesucht, aber da müssen wir jetzt durch), beschließen wir mit SANUTI und BLACKMOON aufzubrechen.

Es ist ein gutes Gefühl, andere Boote um sich zu haben und zu wissen, sie sind in der Nähe. 

 

Mit Gehupe und Getröte geht es also los. Wohooo!!!!!

Das Meer ist unruhig, aber Wind und Welle kommen von hinten, also alles halb so wild. 

Wir segeln allerdings wirklich nur die ersten Meilen miteinander – schon nach den ersten Meilen sind die beiden Schiff nur noch ganz klein zu erkennen. Wir sind eindeutig die gemütlichsten Segler :-).

Und für uns geht’s ja einfach nur einmal um die „Kurve“ in den Süden von Gran Canaria. 

 

Für die nächsten Tage ist viel Wind und Welle aus Norden vorhergesagt, deshalb wollen wir uns im Süden – in der Bucht von Posito Blanco - gemütlich verstecken. 

Denkst.....wie auch immer das funktioniert (ich check Sowas bis heute nicht!!!) – hier haben wir tatsächlich Welle vom Süden!

Und das gar nicht so wenig – sie ist zum Glück richtig lang und wir schaukeln kaum, aber am nächsten Morgen sieht man, dass die Welle uns so richtig hebt und hin- und hertreibt.

Mathias ist begeistert. Welle für Inaya heißt hier auch Welle zum Surfen!

Also Surfbrett ins Wasser und los geht’s!

 

Wir Mädls genießen einen richtig faulen Boottag.

Den nächsten Tag verbringt Mathias wieder in den Wellen bevor wir dann alle gemeinsam am Abend in den Ort – Maspalomas – gehen. Hier gibt’s eine super Promenade zum Spazieren und natürlich auch ganz viele gute Restaurants und Bars – lecker schmecker. 

 

Und.....kaum zu glauben aber wahr, der Nikolaus hat uns auch am Schiff gefunden und eine Kleinigkeit für die Mädls und auch für uns dagelassen. :-)

So strahlende Gesichter und das gleich in der Früh.

 

Nach 3 schaukeligen Tagen geht’s dann aber auch weiter. 

Nächstes Ziel – Teneriffa.

Wir haben uns natürlich wieder mal die kürzeste Route rausgesucht und nach 50 Meilen kommen wir in einer super geschützen Bucht im Osten von Teneriffa an. 

Die Überfahrt war echt gut. 

Die ersten 2 Stunden mussten wir motoren. Den Rest konnten wir mit Wind von hinten, großer langer Welle von der Seite und immer größer werdenden Wellen von hinten super segeln.

Erstaunlich – aber man gewöhnt sich echt an Alles! Vor ein paar Monaten noch wären diese Bedingungen für uns echt hart gewesen, aber so haben wir’s super gemeistert. 

Uns hat sogar eine Welle von hinten erwischt und das ganze Cockpit geflutet. Zum Glück waren wir Mädls unten – Geschichte hören und faul herumliegen. ;-)

Mathias hat mit nassen Füßen weitergesteuert und uns sicher und trocken ans Ziel gebracht.

 

Und egal wie gut die Passage ist, man freut sich einfach immer so, wenn man dann angekommen ist!

Die letzten Meilen waren nochmal richtig windig mit viel Welle. Umso feiner ist es dann, wenn man um die „Ecke“ fährt und das Wasser herrlich ruhig ist. JUHU!

Die Bucht ist echt super geschützt und liegt am Fuße eines Berges – naja, vielleicht sagt man besser Hügel?

Auf jeden Fall müssen wir da am nächsten Tag natürlich gleich hinauf. 

 

Nach der kleinen Wanderung geht’s auch schon wieder weiter. Wir wollen einmal im Süden um Teneriffa herum und dann an der Westseite noch einmal ankern. 

Auf der Karte schaut das nach einer längeren Fahrt aus, es sind dann aber grade mal 10 Meilen :-) – also ein bisschen mehr als 2 Stunden.

Laut Vorhersage soll der Wind an der Südseite von Teneriffa aufhören. Kaum vorstellbar, da wir mit 20 Knoten von hinten losfahren. 

Doch tatsächlich – der Wind fällt von guten 20 Knoten auf 0 Knoten.

Wie das funktioniert ist uns auch noch immer ein Rätsel, da wir nicht mal um irgendeine Ecke oder so gefahren sind.....

Naja, dann muss für die letzten Meilen doch der Motor herhalten. 

Ach ja....Mathias hat auf dieser kurzen Strecke einen Fisch am Haken. Ein richtig großer Baracuda, der gleich mal zu Fisch-Nuggets verarbeitet wird. Schön langsam können auch wir Mädls uns mit Fisch anfreunden. :-)

 

Der neue Ankerplatz ist super – weißer Sand und mal wieder richtig klares Wasser. 

Und weil die Sonne so richtig runterbrennt gehen wir sogar schwimmen. Herrlich! Das haben wir schon lang nicht mehr gemacht ;-).

Gut erfrischt geht’s dann auch schon weiter Richtung La Gomera. Grade mal 20 Meilen, also so ungefähr 4-5 Stunden. 

Wir haben überhaupt keinen Wind und müssen motoren, da entdecken wir einen Flosse im Wasser. Delfine!!!! Nein, das sind keine Delfine. Oder doch?

Irgendwie schaut die Flosse aus wie von einem Delfin, allerdings taucht sie nicht unter. Komisch!

Als wir näher kommen, sehen wir auch dass die Flosse deutlich größer ist als die eines Delfins. Und auch das Tier an der Flosse ist deutlich größer!

WALE!!!!!!!

Um uns herum schwimmen 3 Pilotwale. Wunderschön!!!!

Sie lassen sich einfach an der Wasseroberfläche treiben – ein ganz Großer, ein Kleinerer und ein ganz Kleiner. 

Wir machen sofort den Motor aus und lassen uns mit ihnen treiben. Unglaublich! Sie schwimmen um unser Boot herum und machen keinen Anstalten zu verschwinden. 

Nach einer halben Stunde reicht es ihnen dann aber doch und sie tauchen einfach ab. 

 

Noch immer vollkommen verzaubert starten wir den Motor und die Fahrt geht weiter. 

Aber nicht lange, da entdecken wir schon wieder Wale. Diesmal sind es richtig viele – 15 können wir zählen!

Also Motor aus und auch diesmal können wir die Wale richtig gut beobachten.

So ein Glück und einfach nur wunderschön!

 

Freunde haben uns schon gewarnt, dass der Wind vor La Gomera zunehmen kann, aber damit haben wir überhaupt nicht gerechnet. 

Wir sind mit 0 Wind und Motor gestartet und bei 33 Knoten Wind von vorne mit ordentlich Welle von der Seite in La Gomera angekommen. Wir haben die Segel bis auf ein kleines Fleckchen gerefft und die letzten Meilen sogar den Motor dazu gestartet, um einfach möglichst schnell durch dieses Wetterphänomen zu kommen.

Die letzten 2 Stunden der Überfahrt waren echt zach, aber Mathias und Inaya haben das wieder mal super gemacht! Wir Mädls haben uns unten verkrochen und Geschichte gehört – also für uns war’s ganz gemütlich. ;-)

In der Marina angelangt, war der Wind gleich wieder viel schwächer und wir konnten super auf unserm Platz anlegen.

Geschafft!!!!

 

La Gomera ist eine wunderschöne, kleine, ruhige Insel. 

An der Küste gibt es ein paar kleinere Ortschaften die man nur über die Mitte der Insel – eine Berglandschaft – erreichen kann. Möchte man in einen anderen Ort heißt es also erst mal rauf auf den Berg. 

Und diese Berglandschaft ist wieder mal einfach nur schön! Wie im Dschungel! Die Bäume sind von oben bis unten mit Moos bewachsen, Nebel zieht durch die Wälder, auf dem Gipfel regnet es fast täglich und es ist eisig kalt  10 Grad.

Es gibt unendlich viele Wanderwege und Aussichtspunkte. 

 

In der Marina treffen wir ganz viele alt bekannte Boote wieder (OFFCOURSE, SAETTA, FREEWILLY, NEPTUN) und so verbringen wir auch hier super gemütliche Nachmittage und Abende bei einem Gläschen Wein und mit vielen Spielen (mittlerweile sind alle im TAC-Fieber ;-) ). Die Boat-Community wächst mit jedem neuen Schiff im Hafen. So fein!

 

Unser Glück ist auch, dass die Anderen noch kein ideales Wetterfenster für die Atlantiküberquerung finden können und uns so noch länger Gesellschaft leisten. :-)

 

Alle gemeinsam (mit noch ein paar anderen Booten) verbringen auch einen mega coolen Tag in den Bergen mit einer kleinen Wanderung und einer richtig leckeren Grillerei – und das am 22. Dezember. 

 

3 Tage sind wir mit dem Auto unterwegs. Wir suchen uns super schöne Wanderungen aus – durch den Dschungel oder durch den Bach zu einem Wasserfall - und besuchen eine Bio-Farm, auf der viele verschiedene Obst- und Gemüsesorten (Bananen, Avocados, Mangos, Orangen, Paprika, Tomaten, uvm.....) wachsen. 

 

Auf der Insel finden auch regelmäßig Beach-Clean-Ups statt. An 2 Tagen helfen wir fleißig mit und sammeln Alles, was wir an Müll finden können. Traurig, wie viel Plastik an einem kleinen Strand zu finden ist :-(. Und super, dass es Organisationen gibt, die versuchen den Müll zu entsorgen und die Leute darauf Aufmerksam machen!

 

Also langweilig ist es noch keinen einzigen Tag gewesen und so verfliegt die Zeit!

Morgen ist Weihnachten und wir müssen noch so einiges vorbereiten. ;-)

 

 

Wir wünschen euch Allen

von ganzem Herzen

ein wunderbares Weihnachtsfest!

 

 

Auch wenn es heuer ein ganz Anderes ist, macht das Beste draus und lasst es euch besonders gut gehen!

 

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Kommentare: 3
  • #1

    TomPong (Donnerstag, 24 Dezember 2020 13:16)

    Wünsche euch auch ein frohes Weihnachtsfest auf der Inaya ! Bleibts alle gesund und versorgts uns weiter mit so tollen Fotos und Geschichten! Alles Gute, und Frohe Weihnachten !

  • #2

    Birgitt Oberhuber (Donnerstag, 24 Dezember 2020 21:52)

    Ich wünsch euch auch schöne Weihnachten �✨� immer wieder bin ich ganz begeistert von euren Beiträgen und ich freu mich so für euch, dass es euch gut geht und ihr so tolle Abenteuer erlebt!!!! Bleibts gesund und alles gute weiterhin!!!!! Liebe Grüsse von Birgitt ��

  • #3

    Ulli Monz (Schüller) (Dienstag, 29 Dezember 2020 19:52)

    Klaus, mein Cousin � hat uns euer Weihnachtsbild und del link zu eurem Block geschickt. Jetzt erst habe ich mir die Zeit genommen diesen auch zu lesen und ich bin schwer beeindruckt und begeistert��� Die Pilotwale bei Teneriffa durfte ich auch schon erleben und Segeln ist seit 10 Jahren unser Lieblingsurlaub. Aber euer Projekt ist etwas ganz besonderes! Ich gratuliere euch zu dieser Entscheidung und freue mich auf weitere Berichte und Bilder� glg von der „Großcousine“� Ulli aus Bad Ischl