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Auf in bekannte Gewässer

 

 

 

Wer hätte gedacht, dass so ein Blog so viel „Arbeit“ ist.

Mein eigentlicher Plan 1x/Woche einen Bericht zu schreiben hat sich bereits nach der ersten Woche in Luft aufgelöst. ;-)

Und auch 1x/Monat erweist sich als schwieriger als gedacht – bei dem ganzen „Reisestress“ den wir immer so haben – haha....

 

Nein, ich schreibe diesen Blog echt mega gerne. 

Für euch, aber auch für uns!

Wir erleben jeden Tag so viele neue Dinge und die Zeit vergeht viel zu schnell!

Der Blog ist eine Möglichkeit euch an all den Erlebnissen teilhaben zu lassen und für uns eine Art Tagebuch, in dem wir die wichtigsten Momente nicht nur in unseren Köpfen abspeichern und während des Schreibens noch einmal Revue passieren lassen.

 

Mein Bruder hat schon gemeint, dass ich dann ja gar nix mehr zu erzählen hätte, wenn wir wieder daheim sind, aber freut euch nicht zu früh......so schnell geht mir der Erzählstoff schon nicht aus. ;-)

 

 

 

Also, weiter geht’s....

 

Man könnte meinen noch einmal die gleiche Insel zu besuchen wäre langweilig.....überhaupt nicht!

Beim ersten Mal auf Gran Canaria war alles neu und der Gedanke doch noch weiter zu wollen immer präsent.

Diesmal ist alles viel entspannter. Es ist ein angenehmes Gefühl, zu wissen, wo man ist und was einen erwartet.

Und das Beste.....es gibt noch immer sooooo viele Dinge, die wir hier noch nicht gesehen haben!

 

Dennoch stehen die ersten Tage einige Bootsarbeiten an bzw. haben wir einige auf unserer Liste.

Mal schauen was wir tatsächlich schaffen – die Liste gibt’s nämlich schon ein bisschen länger. ;-)

 

1. Großprojekt  - unsere Fenster

Ja! Am Anfang unserer Reise haben wir unsere Fenster schon einmal abgedichtet, weil es auch Innen geregnet hat – sehr zum Spaß der Mädls. ;-)

Und jetzt – gerade mal ein paar Monate später – regnet es schon wieder rein. ;-(

Weil wir aber keine Lust haben, die Fenster weiterhin alle paar Monate neu abzudichten, packen wir’s diesmal richtig an! Also eigentlich nur Mathias. ;-)

 

Die Fenster kommen komplett raus und wir kleben sie ganz neu ein.

Leichter gesagt als getan. Für 1 Fenster brauchen „wir“ 1 ganzen Tag! 

Dichtungen so gut es geht rauskratzen, mit einem Draht die Fenster „rausschneiden“, Alles mega gut sauber machen, abkleben, Fensterränder mit Farbe besprühen um für die Zukunft die Dichtungen vor Sonnenlicht zu schützen, Dichtungsmasse auftragen, Fenster einkleben, warten.......warten, Fugen abdichten, endlich FERTIG!

Mathias macht das super und die Fenster schauen danach aus wie neu!!

 

So verbringen wir die ersten Tage hauptsächlich am Schiff. 

Mathias arbeitet, die Mädls machen Schule und mir wird auch nie fad. ;-)

Ich wurschtel herum, räum ein und aus, helf wo ich gebraucht werd und schwupps ist der Vormittag schon wieder um.

 

Am Nachmittag/Abend spazieren wir durch die Stadt, die Strandpromenade entlang oder in die Altstadt. So fein! 

Auf der anderen Seite der Stadt ist auch ein Surf-Strand, an dem man Mathias immer wieder finden kann, während wir Mädls auch mal gemütlich durch die Stadt bummeln.

Wir entdecken auch eine Kletterhalle, die wir gleich mal ausprobieren. Also auch der Sport kommt nicht zu kurz. ;-)

 

Eines muss man sagen, wir haben in den letzten Monaten gelernt, zu entschleunigen und die Zeit einfach nur zu genießen!

Waren wir Anfangs nie länger als 2 Nächte im selben Ort, bleiben wir jetzt gerne auch mal 2-3 Wochen. :-)

Und trotzdem sind wir für viele, die wir hier treffen, immer noch sehr schnell unterwegs. 

Ich glaube, das Gefühl weiter zu wollen, werden wir wohl nie ganz los.

Es gibt einfach immer noch so viel Neues zu entdecken.

 

Um Gran Canaria noch einmal so richtig zu erkunden, borgen wir uns, nach ein paar Tagen Ruhe, ein Auto aus.

Wir besuchen einen Crocodile-Rescue-Park - eine Tier-Auffang-Station. Hier leben neben ganz vielen Krokodilen auch viele andere Tiere – alle illegal eingeschleppt, vom Zoll entdeckt und hier untergebracht.

 

Die Dünen von Maspalomas müssen natürlich auch wieder sein!

So unglaublich – nach der grünen Landschaft landet man auf einmal in einer „Wüste“. Wunderschön!

Und wir entdecken einen Canyon, in dem wir uns fühlen als wären wir in Amerika gelandet.

 

In den Bergen ist es diesmal allerdings richtig richtig kalt - 5° C! Brrrr....da fallen unsere Wanderungen ein bisschen kürzer aus. 

Dafür genießen wir die ohnehin schon sehr wenig besuchten Sehenswürdigkeiten so gut wie für uns alleine.

 

Nach all der frischen, kalten Luft  wäre eine warme Dusche doch genau das Richtige. Oder?

Das mit der Dusche ist so eine Sache. Wir haben am Schiff eine Dusche – den Wasserhahn im Bad kann man rausziehen und sich damit abduschen - allerdings nur mit kaltem Wasser. 

Das heißt, wir duschen nie am Schiff. 

Entweder wir duschen nach dem Schwimmen draußen, oder in der Marina in den Duschen die es dort gibt.

Hier in Las Palmas sind die Duschen sehr weit weg vom Steg und leider meistens nur lauwarm. Also nicht wirklich verlockend. :-(

 

Hm....eine Möglichkeit hätten wir. Wenn wir den Boiler – den wir ja haben - mit Landstrom (so nennt man die Steckdosen am Steg in der Marina) versorgen, könnten wir das Wasser heizen und am Schiff warm duschen. 

Gesagt – getan!

JUHU!!!! Wie herrlich - im eigenen „Daheim“ duschen zu gehen.

Am Segelboot werden selbstverständliche Dinge zu etwas ganz Besonderem! :-)

 

 

Schon bei unserer Ankunft am Ankerplatz haben wir gesehen, dass ein Schiff hier ankert, mit dem wir schon vor längerem Kontakt hatten, wir es aber nie geschafft haben gleichzeitig am selben Ort zu sein. ;-) 

Bis jetzt - Tobi und Julia mit ihrer Lagherta.

Perfekter Start für ein paar sehr lustige und gemütliche Abende mit leckerem Essen und vielen spannenden Lagertha-Geschichten!

Tobi ist nebenbei auch noch Elektriker und hilft uns mit dem Landstrom.

 

Auch Helena mit ihrer Freedom ist noch in Las Palmas. Wir haben uns im November schon einmal getroffen und freuen uns sie hier wieder zu sehen.

 

Nach wie vor ist es das Schönste immer wieder Gleichgesinnte zu treffen, sich auszutauschen, spannenden Geschichten zu lauschen, Pläne und Ideen zu verfolgen und viele gemeinsame, lustige und gemütliche Abende zu verbringen.

 

 

Tja...und so schnell vergehen 2 Wochen Gran Canaria!

Wir können auch nicht so genau sagen, wo die ganze Zeit hin ist, aber in 2 Tagen wollen wir schon wieder weiter. 

 

In aller Herrgottsfrüh - 7.30 ;-) – geht’s dann auch schon los.

Einen Tag früher als geplant, weil das Wetterfenster einfach am besten passt!

Wie immer ist es auch von Gran Canaria nach Fuerteventura eine weite Strecke – 60 Meilen (120km) – und wir wollen die Überfahrt so gut wie möglich erwischen. 

 

Wir haben guten Wind und können gleich mal lossegeln.

Die Welle ist nicht zu groß und wir kommen gut voran.

 

Kurz vor dem Ziel fängt Mathias einen Fisch – fürs Abendessen ist somit gesorgt!

Beim Ausnehmen macht er dann eine lustige Entdeckung...

Was frisst eigentlich so ein Fisch – ein Bonito? 

Bis jetzt hatten wir keine Ahnung, aber Mathias findet die Antwort:

4 Kalamare und ein paar ganz kleine Fische verstecken sich im Bauch seines Fangs.

Offensichtlich frisst ein Bonito Kalamare und kleine Fische, die er einfach nur schluckt ohne sie zu beißen oder so. Sehr interessant – auch für uns nicht Fischer. ;-)

 

Morro Jable heißt unser Ziel. 

Hier haben wir vor ein paar Monaten schon mal geankert. 

Noch bevor die Sonne untergeht, lassen wir unseren Anker in kristallklares Wasser über weißem Sand fallen. 

Juhu! Wieder mal so richtig ankern!

 

Die letzten Meilen waren dann doch noch Anstrengend. Wir hatten sehr viel Wind und eine unangenehme Welle.

Also erst Mal was Gutes kochen und essen und dann nichts wie ab ins Bett. 

 

Der Ausblick in der Früh ist ein Traum. 

Wir sind in der Karibik gelandet! Das Wasser ist wie in einem Pool und der Blick auf den weißen Sandstrand einfach nur schön!

 

4 Tage bleiben wir hier!

Wir spazieren den Strand entlang, Mathias geht surfen, und wir genießen die Ruhe am Ankerplatz.

Obwohl der Wind etwas stärker ist, ist der Ankerplatz super geschützt und wir liegen sehr ruhig.

 

Es ist wieder mal ein gutes Wetterfenster, das uns dann doch zum Weiterfahren bewegt. 

Also Motor an und Anker rauf.....oder doch nicht ganz?

Was ist das? Unser Motor will nicht anspringen. Das hatten wir noch nie, aber offensichtlich ist die Starterbatterie leer. 

Zum Glück weiß Mathias immer was zu machen ist! 

Schnell alles umgesteckt, die 1 Stunde Ladezeit zum Unterwasserschiff putzen genutzt, und schon springt der Motor wieder an! Puh!

 

Bei gemütlichen 12-15 Knoten Halbwind segeln wir los. 

Kurze Zeit später lässt uns der Wind im Stich, nur um kurz darauf aus der anderen Richtung wieder zu kommen. 

Also Segel rauf, Segel runter, Segel rauf, Segel runter,.... Aber wir kommen super voran und das erste Mal seit ganz langem ist die Welle winzig klein und wir genießen das Segeln so richtig.

 

Gran Tarajal – auch hier waren wir schon einmal für 1 Nacht vor Anker.

Der Ort hat eine kleine, feine Marina in der wir einen guten Platz bekommen.

Die nächsten Tage ist wieder einiges an Wind vorhergesagt und wir wollen uns gemütlich den Ort anschauen bevor es wieder weitergeht.

Warum auf einmal dieser Stress? 

Wir wollen am 15. 3. in Lanzarote sein. Loni hat Geburtstag und ihr Wunsch war es in Rubicon zu feiern – mit einem leckeren Hendl und einem Pool (das hoffentlich offen hat – Lanzarote war jetzt ganz lang in Stufe 4, ist jetzt in Stufe 3 und hoffentlich bald in Stufe 2 – dann sollte auch das Pool wieder aufmachen).

 

Aber erst mal machen wir es uns in Gran Tarajal gemütlich. 

Wir spazieren die Strandpromenade entlang und müssen natürlich gleich wieder eines der leckeren Restaurants ausprobieren. :-)

Zum Schwimmen ist es zur Zeit einfach zu kalt. Mathias hüpft manchmal kurz ins Wasser, aber wir Mädls kommen nicht weiter als bis zu den Knien. 

Das Wasser hat um die 18-19 °C – sehr frisch, aber das wirklich kalte ist der Wind an Land. Brrr.... ;-)

 

Der Wind pfeift zur Zeit ordentlich von Norden um die Insel und so ist es wieder mal das Wetter, das entscheidet, wann und wo wir hinsegeln.

Da wir ja wirklich weiter wollen, suchen wir uns mal wieder den Tag mit der besten Vorhersage aus.

Und schon geht’s wieder los.

Das erste Stück motoren wir, bevor wir nach ca. 30 min. die Segel setzen können. 

Hm.....Wind genau von vorne....so wird das nix.

Für alle Nichtsegler: Wir können so gut wie immer segeln, nur nicht genau gegen den Wind. Dann muss man kreuzen – sozusagen im Zick-Zack fahren und sich Stück für Stück gegen den Wind vorwärts kämpfen. 

 

Nach 2 Stunden kreuzen gegen 17 Knoten Wind und immer größer werdende Welle (bis 2m) haben wir es gerade mal 4 Meilen weit geschafft. Ahhhhhhhhh..........

Wir probieren es mit Motoren – genau gegen Wind und Welle. Nicht lustig, aber die Vorhersagen für die nächsten Tage ist leider nicht besser, also Augen zu und durch.

Unter diesen Bedingungen wird ein 4 Stunden-Trip dann zu einem 8-Stunden-Trip.

Puh....was sind wir froh, als wir endlich in Puerto Rosario hinter der Hafenmauer sind!

Was für ein Tag! Noch schnell eine Gute-Nacht-Suppe und dann nichts wie ab ins Bett!

 

Um uns vor der Überfahrt zu erholen gibt’s am nächsten Tag erst mal frisches Brot und lecker Obst, bevor wir wieder weiter segeln. 

Und tatsächlich, der Wind hat zu unseren Gunsten gedreht und wir können tatsächlich segeln! Hart am Wind (bis 21 Knoten von 50°) mit großer Welle, aber wir kommen super gut voran! Juhu!

Inaya stampft durch die Wellen und schaufelt immer wieder Unmengen an Wasser auf. Wir bleiben im Cockpit zum Glück trocken.

 

Die Welle lässt uns dann auch bei Los Lobos vorbei fahren (das wäre eine ungemütliche Ankernacht geworden) und direkt nach Lanzarote segeln.

Dort kommen wir genau zum Sonnenuntergang an und werfen unseren Anker in der Bucht von Papagayo - gleich neben einem Boot, dass wir bereits aus La Palma kennen. Und das Beste - die Zwei erwarten uns schon mit frisch gemachten Pommes und einem Gläschen Wein. 

Ein richtig feiner Abend nach diesen zwei verrückten Segeltagen.

 

Hab ich schon mal erwähnt, dass es einfach so schön ist, immer wieder so viele liebe Leute zu treffen? :-)

Vielleicht ist es auch noch wichtiger für uns, da uns ja niemand besuchen kommen kann und wir unsere Familien und Freunde sehr vermissen. 

Da ist es schön, immer jemanden um uns zu haben!

 

Jetzt sind wir wieder hier auf Lanzarote und werden auch einige Zeit bleiben.

Hier gibt es endlich wieder mehrere Möglichkeiten zu ankern – Papagayo, Los Lobos, La Graciosa. 

Wir freuen uns sehr darauf!!! :-)

 

 

Wir schicken euch ganz Liebe Grüße – wo auch immer ihr gerade seid!

Macht immer das Beste aus der Situation und lasst es euch vor allem gut gehen!

 

 

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Paci (Donnerstag, 18 März 2021 14:32)

    �����
    Conny es wirs Zeit ein Buch zu schreiben..... du schreibst so toll, so fesselnd.... man möchte gar nicht aufhören zu lesen.... lasst es euch gut gehen.....
    Bussssssiiiii

  • #2

    Sandra (Dienstag, 23 März 2021 20:23)

    Conny, ich kann Patricia nur zustimmen. Ich lese eure Abenteuer auch sehr gerne.

  • #3

    Chris (Sonntag, 28 März 2021 09:24)

    Auch ich warte schon immer auf eure neuen Erlebnisse! War mit meinem Segelboot in Aquilea gegen über von euch. Freu mich, daß es euch auf den Canaren so gut geht. Wäre auch gerne mit meinem Boot bei euch. Denke daher viel an euch. Also passt weiterhin auf euch auf und bleibt gesund. Lg chris

  • #4

    PeHai (Montag, 29 März 2021 10:38)

    Weiter so!!!
    Bin regelmäßig auf eurem Blog!
    Freu mich auf die Erzählungen von Angesicht zu Angesicht!!!
    Grüße an die Mädels!!!

  • #5

    Susi (Mittwoch, 14 April 2021 20:19)

    Ich freu mich jedes Mal, wenn ihr wieder einen neuen Beitrag und tolle Fotos postet!!!
    Ganz liebe Grüße aus Salzburg mit so richtigem Aprilwetter�❄️☀️�